Getränkekunde

Gin

Gin ist eine der weltweit bekanntesten Spirituosen und von immenser Bedeutung an jeder Bar. Vor allem für klassische Cocktails ist er unentbehrlich. Man denke nur an die Evergreens Martini Dry, Gin Tonic, Gimlet oder Gin Fizz. Wie kaum sonst eine Spirituose ist Gin aromatisch, weich und rund im Geschmack. Obwohl er in der heutigen Zeit, in der die Tropical Cocktails Mode sind, etwas an Bedeutung verloren hat, harmoniert er dennoch wie kein anderer Basisalkohol mit Likören, Säften, Vermouth oder Limonade. Ein guter Barkeeper sollte Gin niemals mit anderen Spirituosen mischen!

 

Die Basis bildet ein Getreidedestillat, das in erster Linie mit Wacholder sowie außerdem Koriander, Kräutern und Gewürzen aromatisiert wird. Bei der Herstellung von Gin wird eine große Anzahl an Zutaten aus aller Welt verwendet, z.B. Zitronen- und Orangenschalen, Lakritze, Veilchenwurzel, Mandeln, Kardamon, Anis und Kassie- Rinde. Ein wichtige Grundlage für guten Gin ist auf jeden Fall reines, weiches Wasser.

Es gibt zwei Methoden der Gin-Destillation: Entweder werden die aufsteigenden Alkoholdämpfe über die Wacholderbeeren sowie die weiteren Gewürze geleitet, wodurch sie deren Aromen aufnehmen oder aber die Aromastoffe werden mit der Kornmaische gemischt und zusammen mit dieser destilliert. Im Gegensatz zu anderen Spirituosen wird der Gin nicht im Holzfass gelagert, somit reift er auch nicht während des Lagerungsprozesses.

Die Geschichte des Gins ist so interessant wie die kaum einer anderen Spirituose. Wie so oft war die Intention des Erfinders, eines gewissen Franciscus de la Boe, die Herstellung einer Medizin, hauptsächlich gedacht für holländische Westindien-Reisende. Dieser niederländische Professor der Medizin nannte das Getränk "Essence de Genièvre", später wurde es Geneva genannt, danach Genever. Der mit dem Gin verwandte Genever ist auch heute noch sehr beliebt in Holland. Nach England ist der Gin gekommen, als Wilhelm von Oranien den dortigen Thron bestieg. Er belegte Spirituosen-Importe mit extrem hohen Zöllen, erlaubte dafür jedoch das Brennen von Genever, den er aus seiner Heimat "mitgebracht" hatte. Im Laufe der Zeit wandelten die Engländer die Bezeichnung in "Gin" ab.

Zur Zeit seiner Erfindung war der Gin ein billiger Fusel, der vielen über Hoffnungs- und Trostlosigkeit des Alltags hinweghelfen sollte. ("Gin used to be considered as an enemy of the working class.") Dementsprechend schlecht war der Ruf dieses Alkohols. Qualitativ hochwertigen Gin, wie wir ihn heute kennen, gibt es erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Destillat, das englische Brennereien zu Beginn des 18. Jahrhunderts produzierten, besaß oft so schlechte Qualität, dass es bis zum Tod führte. Das Volksgetränk Gin war damals sogar populärer als Bier, es wurden über 100 Mio. Liter in Großbritannien hergestellt.

Um die fatalen Folgen des Alkoholmissbrauchs einzudämmen, trat 1751 ein Gesetz in Kraft, das die Alkoholsteuer erhöhte. Dadurch konnte der Verkauf von Gin kontrolliert und die Qualität der Spirituose deutlich verbessert werden.

 

Bekannte Marken:

Gordon's, 38 % Vol.

Bombay Sapphire, 40 / 47 % Vol.

Beefeater, 38 % Vol.

Pimm's No. 1, 33 % Vol.


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