Getränkekunde

Absinth

Ende des 19. Jahrhunderts avancierte der Absinth in der Intellektuellen- und Künstler-Szene zum Kultgetränk. Legendär wurde sein Ruf durch Vincent Van Gogh, der sich angeblich im Absinthrausch das Ohr abschnitt. Seine stark berauschende Wirkung ist nicht nur auf den extrem hohen Alkoholgehalt, sondern auch auf das Nervengift Thujon zurückzuführen. Dies ist ein Wirkstoff des Wermutkrauts, der in hoher Dosierung zu Halluzinationen bis hin zu Wahnvorstellungen führen kann. In geringen Mengen dagegen wirkt er entspannend und euphorisierend. Da man das Thujon als Giftstoff einstufte, der zur Schädigung des Nervensystems führen kann, verschwand die "Grüne Fee" bald wieder aus den Lokalen und Kneipen. Erst Mitte der 90er Jahre wurde eine entschärfte Version für den Handel freigegeben. Dabei ist eine gesetzliche Höchstmenge von 35 mg Thujon pro kg Absinth zugelassen. Dies ist jedoch nur ein Bruchteil der damaligen Werte.

Ebenso wie viele andere Spirituosen war der ursprüngliche Zweck des Absinths medizinischer Natur. Er wird mit einer Vielzahl von Kräutern und Gewürzen hergestellt wobei die meisten Marken von Anisgeschmack geprägt sind. Absinth ist immer mehr oder weniger bitter, da das Wermutkraut verschiedene Bitterstoffe enthält, insbesondere Absinthin. Die aromagebenden Substanzen werden im Wermut ausgelaugt (mazeriert), so dass sie sich mit dem Alkohol binden. Danach erfolgt die Destillation, um unangenehme Bitterstoffe abzutrennen.

Man kann sch seinen Absinth übrigens selbst "tunen", indem man Wermutkraut für einige Monate in Absinth einlegt. Ich rate hierbei jedoch zur Vorsicht, da der letztendliche Thujon-Gehalt unberechenbar ist. Ein weiterer Nachteil ist der bittere Geschmack, da wohl niemand eine Destillierapparatur daheim hat ;-)

 

Bekannte Marken:

Mata Hari Absinth


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